Alexander-Technik wirksam im Alltag: Wir gehen, stehen und sitzen, greifen nach etwas, arbeiten am PC, tragen Lasten, eilen zum nächsten Termin – und denken kaum darüber nach, wie wir es tun. Dabei sind es gerade diese alltäglichen und unbewusst ausgeführten Tätigkeiten, die unseren Bewegungsapparat am stärksten prägen.

Körperlalexander-technik münchenichkeit und Bewusstsein verbinden, hier setzt die Alexander-Technik an. Jeder Mensch entwickelt im Laufe der Jahre Verhaltensweisen, die nicht selten den Rahmen seiner Möglichkeiten begrenzen. In einer körperlichen Verspannung werden sie sichtbar: Wir ziehen uns in unser Innerstes zurück; oder wir versuchen „Rückgrat“ zu beweisen. Dabei bestimmt die Macht der Gewohnheit unser Tun. So ist es kaum möglich, Verhalten einfach dadurch zu ändern, dass man es sich „vornimmt“. Bewusstes „Geradesitzen“ gelingt in der Regel nur für einen kurzen konzentrierten Moment, häufig auch gar nicht. Und während wir glauben, aufrecht zu sitzen, zu stehen oder zu gehen, belasten und verspannen wir Körperpartien, die dafür gar nicht zuständig sind.

Impulse durch Handkontakt sowie Anweisungen für eine mentale Neuausrichtung zeigen verblüffend schnell und klar, welche Möglichkeiten Ihnen mit der Alexander-Technik zur Verfügung stehen. Durch gezieltes Training gewinnen Sie langfristig eine neue Wahl- und Entscheidungsfreiheit in der Art Ihres Verhaltens – so können Sie das gesamte Spektrum Ihrer körperlichen und geistigen Funktionen besser nutzen.

Entstehung der Alexander-Technik

alexander-echnik muenchen fm walking in field

Entwickelt wurde die Alexander-Technik Ende des 19.Jahrhunderts vom australischen Schauspieler F. M. Alexander (1869-1955). Seine Karriere verlief doch Atembeschwerden und zunehmende Heiserkeit führten beim Rezitieren zum Versagen seiner Stimme. Nachdem ihm verschiedene Ärzte nicht nachhaltig helfen konnten beschloß Alexander seinen Schwierigkeiten selbst auf den Grund zu gehen und fand heraus, daß er durch die Art und Weise, wie er seinen Organismus beim Sprechen einsetzte, seine Stimmprobleme selbst verursachte.

Auch wenn er sich schnell von seinen akuten Stimmproblemen befreien konnte, ließ ihn sein grundsätzliches Forschungsinteresse die Experimente weiterführen. Er entdeckte grundlegende Bewegungs- und Handlungsgewohnheiten und entwickelte seine Technik zur „Verbesserung des Selbstgebrauchs„.

Die Alexander-Technik zählt zu den sogenannten Klassikern bewegungsorientierter Verfahren. Entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind diese Methoden Ausdruck der spezifischen Qualität dieser Zeitepoche – der Entwicklung allgemeingültiger Prinzipien aus der individuellen Beschäftigung mit der eigenen Person. Folgende Annahmen liegen ihr zu Grunde:

  • Chronische Beschwerden und Bewegungseinschränkungen können sich durch einen nicht optimalen Gebrauch entwickeln. Solche Bewegungsmuster sind durch Lernprozesse grundsätzlich veränderbar.
  • Voraussetzung für die Veränderung von Bewegungsmustern ist eine Vorstellung von Bewegungsalternativen. Diese wird erst durch eine differenzierte Körperwahrnehmung und Körpervorstellung möglich.
  • Bewusstheit fördert die Wahrnehmung somatopsychischer Reaktionen. Da seit frühester Kindheit Lernprozesse eng mit sensomotorischen Erfahrungen verbunden sind, ist Bewegung ein zentraler Ansatzpunkt für integrative Lernprozesse.

 

Charles Sherrington, Nobelpreisträger für Physiologie und Medizin, schreibt dazu:

„Alexander hat der Wissenschaft, der Physiologie von Körperhaltung und Bewegung, einen Dienst erwiesen, indem er konsequent jede Handlung als einen Vorgang betrachtet, der das gesamte Individuum, den ganzen geistig-körperlichen Menschen betrifft. Einen Schritt zu machen, ist also nicht eine Aktivität, die ausschließlich auf das eine oder andere Bein beschränkt ist, sondern ein Vorgang, der die gesamte neuromuskuläre Aktivität des jeweiligen Augenblicks betrifft – nicht zuletzt die von Kopf und Hals.“ Sherrington,C. (1946): The endeavour of Jean Fernel. Cambridge University Press.